Der Abend des 27. Spieltags in Dortmund glich einer Vorstellung in drei Akten. Super viel los, große Emotionen und letztlich drei Punkte für den BVB.
1. Akt: Das Vorprogramm
Das Spiel stand unter dem Motto „Große Historie”. Bereits vor dem Westfalenstadion waren an der Strobelallee die sonst schwarz-gelben Wimpel in Sandstein-Farben zu sehen. Das 100-jährige Jubiläum des Nachbarstadions „Rote Erde” stand bevor. Dafür wurde richtig aufgefahren – nicht nur optisch, sondern auch mit einem Sondertrikot, das an diesem Spieltag getragen werden sollte. Selbst die Aufwärm-Trainingsanzüge der Spieler waren für dieses besondere Ereignis farblich abgestimmt. Als Nobby dann noch die Mannschaftsaufstellung live vom Mittelkreis der Roten Erde aus anmoderierte, war der Rahmen perfekt. Alles war angerichtet für ein großes Spiel.
2. Akt: Die erste Halbzeit
Bundesliga, 27. Spieltag
Samstag | 21.03.2026 | 18:30 Uhr
Die Hamburger Fans eröffneten das Spiel mit einem großen Banner, das sich über den gesamten Stehblock erstreckte. Man sah direkt: Die Fans waren bereit und wollten ihre Mannschaft nach vorne pushen. Ähnlich wie der BVB kam Hamburg mit bisher nur einer Niederlage in der zweiten Saisonhälfte in die Partie. Die erste Großchance hatte der BVB: Beier setzte sich nach einem Ballverlust der Hamburger schnell durch, konnte den Angriff aber nicht erfolgreich abschließen. Der HSV ließ sich davon nicht beeindrucken, sondern setzte immer wieder Akzente. Ein langer Ball und ein Stellungsfehler von Svensson führten zur Führung der Gäste. Das war viel zu einfach und irgendwie überraschend. Fortan waren nur noch die Hamburger am Drücker – es war ein wirklicher Wirkungstreffer. Der BVB bekam gar keinen richtigen Zugriff mehr auf das Spiel, Bälle versprangen und es zeigte sich eine ganz ungewohnte Fahrigkeit. Hamburg war dafür umso zielstrebiger. Folgerichtig fiel in der 25. Minute das 2:0 – doch Glück für den BVB, es war Abseits. In der 28. Minute keimte Hoffnung auf Besserung auf. Nmecha wurde im Strafraum gefoult und es gab einen Elfmeterpfiff. Doch dann meldete sich der VAR und nahm die Entscheidung zurück. Das brachte den HSV jedoch nicht aus der Fassung. Und so erzielten sie in der 38. Minute das verdiente 2:0, was für einen Schock auf der Tribüne sorgte – damit hatte man nicht gerechnet. Kurz vor der Halbzeit gab es für Dortmund die Chance auf den Anschlusstreffer. Erneut ertönte ein Pfiff und es gab Elfmeter für Dortmund. Dieses Mal ohne Meckern und Nmecha durfte antreten. Doch er schoss neben das Tor! Ein Raunen ging durch das Stadion – das Geschenk wurde nicht angenommen. Mit Pfiffen begleitet gingen die Mannschaften dann in die Pause.
3. Akt: Die zweite Halbzeit
Ungewohnt, aber dem Spielstand geschuldet, gab es in der Halbzeitpause zwei Wechsel: Guirassy und Bensebaini kamen in die Partie. Ob es nun an den Wechseln lag oder an einer deutlichen Ansprache in der Kabine, die Mannschaft kam wie runderneuert zurück auf den Rasen. Es spielte nur noch der BVB und erspielte sich Chance um Chance. Der HSV schaffte es kaum, für Entlastung zu sorgen. Dortmund verstärkte die Offensive dann auch noch mit Fabio Silva, der schnell zu Abschlüssen kam. In der 70. Minute wurde Beier im Sechzehner umgetreten. Für den Schiedsrichter war es jedoch kein Foul, es gab nur Ecke. Glücklicherweise konnte der VAR den Schiedsrichter über das Foul informieren, sodass es den fälligen Elfmeter gab. Dieses Mal trat nicht Nmecha, sondern Besebaini an, der den Anschlusstreffer zum 1:2 erzielte. Dortmund blieb dran und setzte weiter nach. In der 78. Minute wurde man belohnt: Eine Flanke von rechts fand Guirassy, dessen erster Schuss abgewehrt wurde, der den Ball dann aber über die Linie drücken konnte. Zur Sicherheit hämmerte Silva den kurz hinter der Linie geretteten Ball noch einmal ins Tor. Der Ausgleich! Nobby ließ dann dreimal Fabio Silva ausrufen, der gar nicht der Torschütze war, aber das war egal! Unermüdlich setzte Dortmund nach. Und kaum zu glauben: In der 82. Minute gab es den vierten Elfmeterpfiff für den BVB. Dieses Mal war es ein ganz eindeutiges Handspiel. Bensebaini bewies Nerven aus Stahl und erzielte mit seinem zweiten Treffer den 3:2-Endstand.































