BVB SVW Borosen Schal
BVB SVW Westfalenstadion
BVB SVW Einlauf der Mannschaften
BVB SVW Torjubel Guirassy und BVB Mannschaft
BVB SVW Spielszene
BVB SVW Endstand
BVB SVW Mannschaft vor der Südtribüne

Drei Punkte unter der Woche

Manchmal muss man einfach Glück haben. So ist es auch mir ergangen, als ich am Montag beim Einkaufen zufällig einen alten Freund getroffen habe. Wir haben festgestellt, dass wir beide Tickets für das Spiel am Dienstagabend hatten. Bundesliga: Borussia Dortmund gegen Werder Bremen. Ein Spiel, das jetzt nicht unbedingt danach schreit, ein Highlight zu sein, und dann auch noch unter der Woche um 20:30 Uhr. Unattraktiver könnte eine Partie nicht sein. Trotz unserer Fanclub-Dauerkarte und dem zugesicherten Platz auf der Südtribüne hatte sich deshalb niemand gefunden, der das Spiel auch besuchen wollte. Da der Bekannte selbst mit dem Auto nach Dortmund fahren wollte, konnte ich mir eine Rückfahrt nach dem Abendspiel sichern. Das war an diesem Abend auch bitter nötig, denn es gab Meldungen, dass aufgrund von Bauarbeiten keine Züge mehr fuhren und Ersatzbusse mit einer Fahrzeit von fast drei Stunden die einzige Alternative waren – unter der Woche mit Schule ab der ersten Stunde am nächsten Tag natürlich keine Option.

Mit dem Banner im Gepäck ging es am Nachmittag nach Dortmund. Mittlerweile ist es ganz witzig, dass wir nicht nur an Block 63, sondern auch schon beim Material-Einlass und bei den beiden netten Frauen, die die Schleuse zwischen Nord- und Westtribüne bewachen, erkannt werden. Schnell wurde das Banner aufgehängt, dieses Mal schon vor den Ostborussen. Wie sich später herausstellte, hätte das Banner noch etwas tiefer hängen können, um auf den TV-Kameras noch besser zu wirken. Wieder was gelernt, nächstes Mal wird es besser.

Danach ging es direkt auf die Südtribüne in Block 14, wo es schon im Vorprogramm die ersten kleinen Aussetzer gab. Die eingespielte Musik ruckelte hier und da ein wenig, was nicht weiter schlimm war, aber dennoch irgendwie ungewohnt. Ein Blick auf die Aufstellung des Abends weckte dann etwas Freude. Carney Chukwuemeka und Fabio Silva standen in der Startelf und bekamen die Chance, sich auch länger zu zeigen. Dazu kam das zentrale Mittelfeld aus Sabitzer und Nmecha, welches in WhatsApp-Korrespondenz mit den daheimgebliebenen Borosen schnell als aktuell beste Mittelfeldvariante festgelegt wurde.

Spielerisch startete Borussia Dortmund etwas holprig in die Partie: Da waren die Tonaussetzer nur der Anfang. Auch im weiteren Spielverlauf gab es immer wieder Stoppfehler, ungenaue Pässe und Läufe ins Leere. Es wirkte, als wäre die Mannschaft noch nicht wirklich eingespielt. In der elften Minute gelang dann aber ein erlösender Kopfball durch Nico Schlotterbeck zum 1:0. Allerdings spielte auch Bremen gut auf. Dortmund wirkte nicht wie die dominante Mannschaft, wie es eigentlich zu erwarten gewesen wäre. In der 18. Minute hielt Kobel mit einer Monsterparade dann die Führung fest – keine Ahnung, wer so schnell den Arm hochbekommen hat. Kurios war in der ersten Minute der Nachspielzeit der ersten Halbzeit dann ein von Bremen falsch eingeführter Einwurf, der nicht auf das Spielfeld geworfen wurde, sondern im Aus vor den Trainerbänken langflog. Den Einwurf durften die Bremer trotzdem noch wiederholen, was die Fans auf der Südtribüne irritierte. Trotz Führung war es eine schwache Halbzeit. Auch Nobbys Fazit über die Lautsprecher zur ersten Halbzeit: Bislang war es schwerfällig. Später war zu lesen, dass die Mannschaft mit Pfiffen in die Halbzeit verabschiedet wurde. Ich habe das gar nicht mitbekommen. Vielleicht, weil ich eine Frau vor mir darauf hingewiesen hatte, dass sie auf einem 20 € Schein stand. Sie hob den Schein auf, aber er gehörte ihr nicht. Auch in unserem direkten Umfeld beanspruchte niemand das Geld. Ich schlug vor, die nächste Runde Getränke damit zu bezahlen.

In der Halbzeit gab es in unserer WhatsApp-Gruppe eine witzige Unterhaltung über Ketchup- und Senfflecken sowie ein Bild von Christina, die auch spontan im Stadion war.

Bundesliga, 17. Spieltag

Dienstag | 13.01.2026 | 20:30 Uhr

Borussia Dortmund
3 : 0
SV Werder Bremen
11. Schlotterbeck (Borussia Dortmund)
75. Sabitzer (Borussia Dortmund)
83. Guirassy (Borussia Dortmund)

Die Hoffnung war groß, dass der BVB in der zweiten Halbzeit offensiver, mutiger und zielstrebiger agieren würde. Es blieb allerdings bei der Hoffnung. Die erste größere Chance gab es in der 55. Minute, als Silva den Ball nach einer ungeplanten Bogenlampe aus kürzester Distanz nicht ins Tor köpfen konnte. Irgendwie kurios, aber dennoch nicht erstaunlich, war dann zu Beginn der 61. Minute die Information auf den Stadionleinwänden, dass Werder Bremen mit 54 % Ballbesitz die Mannschaft war, die mehr vom Spiel hatte. Es stellte sich eine lange Phase des Ballgeschiebes ein. Das Spiel war von beiden Seiten sehr ungefährlich. In der 76. Minute konnte Marcel Sabitzer, der den Ball an der Strafraumlinie annahm und per Dropkick abschloss, auf 2:0 erhöhen. Das war auch für die Südtribüne eine Art Weckruf: Die Stimmung wurde direkt deutlich besser, die Gesänge lauter und emotionaler. Auf den Rasen sprang die Begeisterung allerdings nicht über. Der 3:0-Endstand kam eher zufällig zustande: Ein versprungener Ball gab Guirassy die Möglichkeit, frei auf das Tor von Werder Bremen zuzulaufen, und er konnte endlich einmal wieder ein Tor erzielen. Die letzten Minuten der Partie wirkten wie ein lockeres Auslaufen. Alle wussten, dass das Spiel entschieden war, und investierten nicht mehr viel. Mit jetzt 36 Punkten aus der Hinrunde der Bundesliga konnte Borussia Dortmund den zweiten Tabellenplatz festigen und kann so gut auf die Rückrunde blicken. Am Samstag geht es mit der Partie gegen den FC St. Pauli im Westfalenstadion direkt weiter.

Zum Ende des Tages wurde es dann nochmal besonders exklusiv und die Heimfahrt endete auf Sitzen mit Massagefunktion im Auto.